Historisches Hofheim am Taunus

Altes für die Zukunft bewahren!


 

Die Reise in „meine Kindheit“ – Die Rückkehr von vier Gemälden von Anton Faust nach Hofheim

Susann Gemünd-Karcher


Ende Mai 2024 finden vier Pastellzeichnungen von Anton Faust wieder zurück nach Hofheim, bei diesem Anlass werden vertraute Kindheitserinnerungen nach 45 Jahren wieder lebendig.

Blick von der Stephanstraße zur Mauergasse - Fotos: Susann Gemünd-Karcher


Blick von der Bärengasse zur katholischen Kirche St. Peter und Paul


Die Stolbergstraße


Blick vom Stephansberg zur evangelischen Johannes-Kirche


Obwohl ich nur meine Kindergarten-Jahre in Hofheim verbracht habe, sind doch noch viele Bilder nie verblasst. Vier Pastellzeichnungen mit Altstadtmotiven haben den Flur in unserem Haus in Obersteinbach im Elsass geziert, als Erinnerung. Trotzdem habe ich einen Besuch immer wieder verschoben, denn es gab ja inzwischen keine „Anlaufstelle“ mehr und ich wollte nicht eine x-beliebige anonyme Touristin sein. Dank der modernen „Social Media“-Möglichkeiten stellte ich schnell fest, dass die Geschichte dieser Stadt im Netz auf sehr spannende Weise vermittelt wird, und konnte in das „alte Hofheim“ eintauchen, Dank der Menschen mit der gleichen Begeisterung für das reiche bauliche Erbe und den „genius loci“. Der erste Kontakt war hergestellt und ich staunte nicht schlecht darüber, dass es sogar sehr umfangreiche Recherchen zu meiner Familiengeschichte mit einem Stammbaum gab, der so weit in die Vergangenheit ging wie ich es mir nie erträumt hätte.

Susann und Daniel auf dem Meisterturm

Die o.g. Bilder stammen von Anton Faust, einem Neffen meiner Großmutter, mit dem diese den Kontakt bis zu ihrem Tod pflegte. Der sehr engagierte „Historische Arbeitskreis Hofheim am Taunus“ stellte auf seiner Webseite diese Bilder zusammen mit anderen Motiven von Anton Faust vor und der rege Austausch mit Wilfried Wohmann hatte zur Folge, dass ich mir wünschte, dass die unseren wieder zurück nach Hofheim kommen und dort einen Platz finden könnten. Der Termin dieser „Rückreise“ war festgelegt und auch meine Wünsche, den „Meisterturm“, den ich als Kind immer wieder erklimmen wollte, zu besichtigen, sowie eine Stadtführung machen zu können, wurden eingeplant. Am 28. Mai war es dann endlich soweit, Wilfried Wohmann begrüßte mich und meinen Mann herzlich vor Ort und übernahm die Rolle des Guides, der uns hinauf auf den Kapellenberg, bis zum Meisterturm brachte. Das Wetter war für den Panoramaausblick perfekt und es wurden viele Erinnerungen an meine Kindheit wach. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend mit der Vorfreude auf den nächsten Tag.

Begrüßung im Vereinshaus der Bürgervereinigung - Foto: HAH


Am nächsten Morgen durften wir das wirklich toll in Eigenleistung renovierte Häuschen des Vereins besuchen, wo uns eine ganz besondere Überraschung erwartete. Sogar ein Foto des Selbstportraits des Malers Anton Faust sowie weitere seiner Bilder sind hier in Ehren gehalten, was wir aber nie erwartet hätten, bei der Übergabe unserer Bilder waren außer Wilfried Wohmann, Renate Hofmann (die Vorsitzende der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt, Mitglied des Arbeitskreises und Stadtführerin), zwei weitere Damen anwesend, nämlich die Töchter des Malers Anton Faust, Barbara und Gabriele, meine Groß-Cousinen. Echt gerührt stellte ich fest, dass wir gemeinsame Erinnerungen an die Familie hatten und wir waren alle sehr bewegt.

So bekamen wir sehr persönliche Erinnerungsstücke (z.B. Postkarte von Großmutter an den Neffen) sowie Geschenke übergeben, es war eine ganz besondere Feier, die Ankunft der Bilder an ihrem Entstehungsort.

Da ergänzte der Stadtrundgang zu den Motiven vor Ort wunderbar dieses Ereignis, und die sehr engagierte Stadtführerin Renate Hofmann weihte uns in spannende und erstaunliche Geschichten dieser Stadt ein. Zum Beispiel was sich so in dem Viertel um das Geburtshaus des Malers im „Gäns-

Das Elternhaus von Anton Faust in der "Gäns-Eck" - Foto: HAH


Eck“ mit den originalen Pflastersteinen, abgespielt hat. Wunderschöne Fachwerkhäuser, Winkel und Gässchen, blühende Rosenstöcke, eine Stadtmauer und die unterirdischen Keller mit ihren Geheimnissen, die katholische Kirche und schließlich das alte Rathaus, die Kellerei, das Wasserschloss und als Abschluss eine sehr beeindruckende Besichtigung des Inneren des Hexenturmes werden uns für immer in lebhafter Erinnerung bleiben.

Schließlich waren wir noch zu einem gemütlichen Mittagessen eingeladen und es gab noch viel zu erzählen. Der Abschied viel uns nicht leicht, und es steht fest: Hofheim wird erneut Ziel einer Fahrt sein.

Nun sind wir gespannt, wie sich die Zeichnungen bei der Ende Juni geplanten Ausstellung im „Häuschen“ präsentieren und freuen uns auf einen weiterhin regen Kontakt mit dem Historischen Arbeitskreis Hofheim am Taunus.

Un grand merci à tous et à bientôt!

Susann und Daniel Gemünd-Karcher


Wir bedanken uns bei Susann Gemünd-Karcher für diesen Beitrag.


Bearbeitung: Historischer Arbeitskreis Hofheim am Taunus (Wilfried Wohmann)


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